Empfang

Im Jahr der Fußball -WM stand die "Zukunft des Kulturguts Fußball" im Mittelpunkt

Fast fünf komplette Fußball - Mannschaften - nämlich über 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger - hatten am 23. Januar den Weg ins Weil der Städter Klösterle gefunden, wo der CDU-Stadtverband zum traditionellen Neujahrsempfang geladen hatte. "Wir wollten dieses Jahr einmal ganz neue Wege gehen", erläuterte Stadtverbandsvorsitzender Joachim Oehler den thematischen Schwerpunkt in seiner Begrüßung. Gerade im Jahr der Fußball -WM in Russland stelle sich die Frage, "hat das Kulturgut Fußball noch eine Zukunft?" Hierzu begrüßte Oehler ausnahmsweise einmal nicht politische Prominenz als Hauptredner, sondern Claus Vogt vom FC Play Fair. Ebenso galt sein Gruß dem „Hausherrn“, Bürgermeister Thilo Schreiber, dem frisch gebackenen Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz, der Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz, dem Kreisverbandsvorsitzenden Michael Moroff sowie den Vertretern der örtlichen Gemeinderatsfraktionen, Parteien und der Vereine.

Bevor der offizielle Teil des Empfanges mit einer musikalischen Ouvertüre durch die Musikschule Weil der Stadt beginnen konnte, nutzte der Stadtverbandsvorsitzende die Gelegenheit für eine Anmerkung zur Tagespolitik: Unabhängig von irgendwelchen Regelungen in einem Koalitionsvertrag müsse sehr genau überlegt werden, ob und falls ja: wie das Wahlrecht geändert werden solle. Aus seiner Sicht, aus Sicht des Stadtverbandes und auch aus Sicht des Kreisverbandes führe kein Weg am bisher bewährten System vorbei; einer reinen Listenwahl zur Absicherung der „Parteiprominenz“ erteilte er eine klare Absage.

Anschließend dankte Bürgermeister Schreiber in seinem Grußwort Fraktion und Stadtverband für die stets gute und konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit der Verwaltung. Er nutze die Gelegenheit, auch in Zeiten allgemein sprudelnder Steuermehreinnahmen auf die eher düstere Finanzlage der Stadt hinzuweisen. Während woanders neue „nice-to-have“ – Projekte mit Elan angegangen werden, reiche es im Weil der Städter Investitionsprogramm kaum zur Pflicht, geschweige denn zur Kür.

Marc Biadacz schilderte seine ersten Eindrücke als Abgeordneter in Berlin. Es sei sehr schwierig regieren und gestalten zu wollen, aber nicht zu können. Die Regierungsbildung sei ein sehr spannender Prozess: er wolle die Entscheidungen der anderen Parteien nicht bewerten, es wäre nun aber wirklich an der Zeit, eine voll handlungsfähige Regierung zu bekommen. Er hoffe, dass die SPD über Ihren Schatten springen werde und die „GroKo“ endlich vorankomme.

Den FC Play Fair stellte Claus Vogt in seiner Festrede vor. Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft haben sich in diesem Verein zusammen gefunden. Ziel ist es, in Zeiten, in denen jeden Tag auf irgendeinem Kanal irgendein Fußballspiel übertragen und in denen eine Fußball-WM in Staaten wie Kuwait vergeben wird, dafür zu kämpfen, dass Fußball seine Seele nicht verliert. Der Fußball lebe von den Fans im Stadion. Anhand vieler Entwicklungen zeigte Vogt eindrücklich auf, dass der Fußball gerade dabei ist, seine Funktion und seine Wahrnehmung als ein „Kulturgut“, als alle gesellschaftlichen Schichten übergreifendes sportliches Gemeininteresse zu verspielen. Wer möchte noch eine Bundesliga sehen, in der schon vor Anpfiff des ersten Spieltages der Meister feststeht?

Einen feierlichen Höhepunkt und gleichzeitig würdigen Schluss des Abends bildeten zwei Ehrungen: August Lutz und Franz Breitruck sind nicht nur über 40 Jahre Mitglied der CDU; sie waren für die Partei auch viele Jahre im Stadtverband und im Gemeinderat aktiv. Stadtverbandsvorsitzender Oehler überreichte Lutz und Breitruck die verdiente Ehrenurkunde und dankte beiden für die langjährige Treue und das erbrachte Engagement.