2020 03 11 Sabine Kurtz MdL und Landrat Roland Bernhard

Einig sind sich Landrat Roland Bernhard und Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz darin, dass sie Eltern und Kindern nicht nur einen Platz, sondern auch eine hochwertige Betreuung bieten wollen. „Da ziehen Land und Kommunen an einem Strang“, betonen beide in einem Gespräch über die Situation der Kinderbetreuung im Landkreis Böblingen. Unterschiedliche Ansichten gibt es aber hinsichtlich der Gruppengröße.

Tatsache sei, dass weiterhin Kita-Plätze fehlen. Mit dem gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für unter 3-Jährige habe sich die Situation seit 2013 verschärft. Dazu komme, dass der Einschulungsstichtag auf Wunsch der Eltern bis 2022 in drei Stufen auf den 30. Juni vorverlegt wird. Dadurch werde eine noch unbekannte Zahl von Kindern länger die Kita besuchen als bisher berechnet. In den Kommunen wachse daher die Sorge, gerade in dieser Übergangsphase nicht genügend Kita-Plätze anbieten zu können. Der Landkreis Böblingen fordere deshalb gemeinsam mit den kommunalen Landesverbänden, dass es eine zeitlich befristete Übergangsregelung gibt, mit der eine Aufnahme von bis zu zwei Kindern zusätzlich über die derzeit geltende Höchstgruppenstärke hinaus ermöglicht wird, so der Landrat.

„Die Kommunen im Kreis Böblingen haben in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Zahl der Kita-Plätze auszubauen“, berichtet Landrat Bernhard mit Verweis auf rund 4.000 Plätze für unter 3-Jährige und rund 14.200 Plätze für Kinder ab 3 Jahren im Kreis Böblingen. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen weitere 2.000 Plätze geschaffen werden. Zudem verwies er auf die Vorreiterrolle, die der Landkreis mit TAKKI als Modell für Tageseltern eingenommen habe. Seit diesem Jahr gebe es im Landkreis zudem das Pilotprojekt „Eine Kita für alle“. Sieben Kindertageseinrichtungen erhalten einen Personalkostenzuschuss für eine zusätzliche heil- oder sonderpädagogische Fachkraft. „Die zusätzliche Personalressource kommt allen Kindern zugute – mit und ohne Behinderung. Dass sich der Landkreis das Thema Inklusion auf die Fahnen geschrieben hat, zeigt auch die Beteiligung am Modellvorhaben 'mobiler Fachdienst und Qualitätsbegleiter‘ des Landes. Wir wollen, dass Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf ganz selbstverständlich mit anderen Kindern gefördert und betreut werden. Das ist für uns gelebte Inklusion“, betont Landrat Bernhard.