Die CDU Weil der Stadt bedauert die Entscheidung von Thilo Schreiber auf den Verzicht einer weiteren Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl 2020 sehr. Herr Schreiber hat 2012 eine nicht gerade leichte Aufgabe als Bürgermeister in unserer Stadt übernommen. Er ist mit viel Elan und großem Engagement an seine Aufgabe herangegangen und hat sich so schnell Anerkennung und den notwendigen Rückhalt bei den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet.


Den Schritt, nach über 20 Jahren als Bürgermeister nochmals eine neue Herausforderung zu suchen, können wir menschlich nachvollziehen. Dennoch ist es schade, dass er nun die „Ernte“ seiner vielen begonnen Projekte nicht „einfahren“ kann.


Thilo Schreiber ist immer für die Bürgerinnen und Bürger und deren Anliegen da. Gerade deshalb haben aus unserer Wahrnehmung sicherlich einige in den vergangenen Jahren überaus unsachlichen und überzogenen Reaktionen mancher Beschwerdeführer einen Teil zur jetzigen Entscheidung Herr Schreibers beigetragen.
Bürgermeister zu sein, heißt oft, auf ein geregeltes Familienleben, auf Hobbys und Freizeit verzichten zu müssen. Lob und Dank erhält ein Bürgermeister meist nur bei einer Einweihung / Eröffnung von sichtbaren Projekten. Die „stille und nicht sichtbare“ Arbeit bringt nur in seltenen Ausnahmefällen die auch für Bürgermeister notwendige Anerkennung.
Und genau da beginnt das Problem: Demokratie heißt, sachlich, konstruktiv und kritisch Argumente auszutauschen und dann so zu entscheiden, wie es für die Allgemeinheit am besten ist. Andere Meinungen und Mehrheiten müssen ausgehalten und akzeptiert werden. Leider hat sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahren in eine Richtung entwickelt, die uns allen schadet: Es zählen oft nur die eigenen Interessen und der eigene Vorteil. Für alles, was Bürgerinnen und Bürger im grenzenlosen Ausleben ihrer persönlichen Freiheit beschränkt, wird „die Politik“ – auch der Bürgermeister verantwortlich gemacht. Statt dem Austausch im offenen Gespräch verlagert sich immer mehr die Auseinandersetzung unter Verzicht auf jeglichen Anstand in die sozialen Medien. Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar Bedrohungen ersetzen die Argumente - haben unsere gewählten Mandatsträger diese Art der „Kritik“ überhaupt verdient? Wo bleibt auch mal ein Lob? Der Rückzug vieler guter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ihrer Verantwortung ist ein (zu) hoher Preis, den wir hierfür zu zahlen haben.
Vertrauen in gewählte Mandatsträger, die in erster Linie das Gemeinwohl zu beachten haben, muss man bis zu einem vertretbaren Grad haben und dieses auch als Vorschuss geben – das geht leider immer mehr verloren.


Wir wünschen ihm alles, alles Gute für seinen weiteren beruflichen Weg und wir freuen uns für ihn, dass er sich bald vermehrt um seine Familie, Hobby, Freundschaften und alles was zu kurz kam, nun kümmern kann und auch darf. Er hat sich das redlich verdient!


Thilo Schreiber, wir danken Dir!